44-jähriger Mann mit einer Vorgeschichte von Schizophrenie stach sich absichtlich mit einem Obstmesser in den vorderen Hals und in die linke Brust. Bei der Ankunft in unserem Krankenhaus war er aufmerksam und orientiert, ohne neurologische Auffälligkeiten. Seine Vitalfunktionen waren Atemfrequenz 14 Atemzüge/min, Blutdruck 149/89 mmHg und Herzfrequenz 90 b.p.m. Seine SpO2 lag bei 97 % bei 10 l/min O2. Die körperliche Untersuchung ergab drei Stichwunden: eine Halswunde (ca. 4 cm), die in die Luftröhre eingedrungen war, und zwei Brustwunden (ca. 1,5 cm und 4 cm), die in die Brusthöhle von der linken Vorderseite der Brust aus eingedrungen waren. Die Röntgenaufnahme der Brust zeigte s.c. Emphysem. Die Ultraschalluntersuchung ergab ein Pleuraerguss in der linken Brusthöhle. Ein linker Thoraxdrain wurde eingeführt, und die Stichwunden in der linken Brust wurden genäht. Die Kontrast-verstärkte Computertomographie (CT) des Halses und der Brust zeigte s.c. Emphysem, Pneumomediastinum, Trachealverletzung, rechten Pneumothorax, linken Hemopneumothorax und intrapulmonale Blutung. Die abgekürzte Schwere der Brust war 3 Punkte. Die Lungenvenen und -arterien verliefen über die Lungenkonsolidierung in der Nähe der Penetrationsroute. Es gab keine abnormalen Befunde wie vaskuläre Verletzungen oder intravaskuläre Luftschatten auf der 3D-CT-Angiographie des Kopfes und des Halses aus dem Aortenbogen. Drei Stunden später Aufnahme auf die Intensivstation, wurde ein weiterer Thoraxdrain in der linken Brusthöhle eingeführt, da die s.c. Emphysem-Oxygenierung fortschritt. Trotz der Thoraxdrain, Pneumothorax und Oxygenierung verschlechterten sich die Oxygenierung und die s.c. Emphysem-Oxygenierung (SpO2 78 %, bei 15 l/min O2) allmählich. Sechs Stunden nach Aufnahme auf die Intensivstation wurde eine endotracheale Intubation durchgeführt, um eine positive Druckbeatmung (PPV) unter Sedierung und Analgesie zu ermöglichen. Am dritten Tag nach Aufnahme verbesserte sich die Oxygenierung, sodass eine Entbindung ohne anhaltende Luftleckage aus der Brusthöhle möglich war. Allerdings trat nach dem Absetzen der Sedierung und der mechanischen Beatmung eine rechte Hemiparese auf. Der Grad der manuellen Muskelkraft in den oberen und unteren Extremitäten lag bei 1/5. Die Kopf-CT zeigte subakute zerebrale Infarkte in mehreren Bereichen der bifrontalen und rechten temporalen Lappen. Die DWI-Bildgebung (Diffusion-Weighted Imaging) des Kopfes zeigte eine rechte temporo-okzipitale und linke frontale kortikale Laminar-Hyperintensität. Die dreidimensionale CT-Angiographie des Kopfes und des Halses ergab keine Hinweise auf eine Stenose oder Okklusion der großen Hirngefäße. Wir haben keine paroxysmale atriale Fibrillation auf dem EKG-Monitor erkannt. Die Laboranalyse ergab keine systemischen Gerinnungsstörungen oder angeborenen Gerinnungsstörungen. Die Anwesenheit eines Foramen ovale konnte nicht festgestellt werden. Unter Berücksichtigung der Bildbefunde und des klinischen Verlaufs des Patienten diagnostizierten wir CAE aufgrund der penetrierenden Lungenverletzung, die während der PPV aufgetreten war. Drei Milligramm Edaravone wurden zweimal täglich über 14 Tage verabreicht. Am 18. Tag nach Aufnahme verbesserte sich die rechte Hemiparese nach der Rehabilitation; der Grad der manuellen Muskelkraft in der rechten oberen und unteren Extremität lag bei 5/5 und 4/5. Der Patient wurde am 56. Tag nach Aufnahme in ein anderes Krankenhaus verlegt.