Eine 40-jährige Frau stellte sich am 10. Mai 2017 mit einer 6-tägigen Vorgeschichte von Fieber (bis zu 38,0 °C), nicht produktivem Husten und Belastungsdyspnoe vor. Der Patient erhielt vor 3 Tagen in einer Gemeinschaftspraxis empirisch Amoxicillin (1,5 g/d), aber die Symptome hielten an. Der Patient bestritt Bluthusten, Brustschmerzen und Gewichtsverlust. Die Patientin war Nichtraucherin. Sie hatte keine familiären Vorkommnisse von hämatologischen oder pulmonalen Malignomen. Bei der körperlichen Untersuchung bei Aufnahme wurden eine Körpertemperatur von 39,0 °C, eine Herzfrequenz von 103 Schlägen/min, ein Blutdruck von 120/70 mmHg und eine Atemfrequenz von 25 Atemzügen/min festgestellt. Bei der Auskultation der Lungen wurden keine pfeifenden oder rasselnden Geräusche beidseits festgestellt. Es wurden keine anderen auffälligen Anomalien festgestellt. Laboruntersuchungen ergaben einen Hämoglobinspiegel von 115 g/l, eine Erythrozytenzahl von 3,98 × 1012/l und einen erhöhten Leukozytenwert (20100/mm3) mit 90 % Neutrophilen, 4 % Lymphozyten und 1 % Eosinophilen. Im peripheren Blut waren keine atypischen Lymphozyten vorhanden. Laboruntersuchungen ergaben einen erhöhten C-reaktiven Proteinwert (230,1 mg/ml; normaler Referenzbereich: < 10,0 mg/ml), Procalcitonin (0,88 ng/ml; normal: < 0,10 ng/ml) und eine erhöhte Erythrozytensedimentationsrate (10 mm/h; normaler Referenzbereich: < 20 mm/h). Biochemische Untersuchungen ergaben eine Hypoalbuminämie (33,2 g/l; normaler Referenzbereich: 40,0-55,0 g/l), einen erhöhten Alaninaminotransferasewert (65 U/l; normaler Referenzbereich: 7-40 U/l), einen erhöhten Aspartataminotransferasewert (55 U/l; normaler Referenzbereich: 13-35 U/l), einen erhöhten alkalischen Phosphatasewert (129 U/l; normaler Referenzbereich: 35-100 U/l) und einen erhöhten Lactatdehydrogenasewert (LDH) (549 U/l; normaler Referenzbereich: 114-240 U/l). Die arterielle Blutgasanalyse ergab einen PaO2-Wert von 60 mmHg (normaler Referenzbereich: 80-100 mmHg) und einen SaO2-Wert von 90 % bei Atemluft. Tumorbiomarker (z. B. CEA125, CA153 und CA199) waren negativ. Die Virusuntersuchungen im Plasma auf Epstein-Barr-Virus, Cytomegalovirus und Respiratory-Syncytial-Virus waren negativ. Die kontrastverstärkte Computertomographie der Brust zeigte mehrere feste Knoten in beiden Lungen, wobei der größte einen Durchmesser von 15 mm hatte und in der rechten oberen Lunge schlecht definierte Grenzen aufwies (Abbildung). Eine mediastinale Lymphadenopathie wurde nicht nachgewiesen. Eine Blutkultur wurde angeordnet.