Eine 22-jährige kaukasische Frau, schwanger in der 3. Woche, wurde in unserer Abteilung in der 26. Schwangerschaftswoche zur detaillierten Anatomieuntersuchung aufgenommen. Ihre Schwangerschaft verlief unkompliziert, und bei einer Ultraschalluntersuchung in der 12. Schwangerschaftswoche wurden keine Anomalien festgestellt. Das fetale Wachstum und das Volumen des Fruchtwassers waren normal. Die transabdominale Ultraschalluntersuchung in der 22. Schwangerschaftswoche ergab ein Anhydramnion, was dazu führte, dass die Patientin an unsere Klinik überwiesen wurde. Eine detaillierte transabdominale Ultraschalluntersuchung wurde mit dem Voluson E8-Gerät mit einer 5,0 MHz-konvexen Sonde (GE Healthcare, Little Chalfont, Großbritannien) durchgeführt. Anhydramnion und die fehlende Darstellung der Nieren, der Blase und der Nierengefäße wurden mit der Sonographie in unserer Abteilung bestätigt. Da das Fehlen von Fruchtwasser das akustische Fenster für die fetale USG einschränkte, wurde eine MRT-Untersuchung zur Bestätigung der vermuteten Nierenagenese angefordert. Zwei Wochen später, in der 28. Schwangerschaftswoche, wurde eine fetale MRT-Untersuchung durchgeführt, die die vermutete Diagnose bestätigte (Abbildung). Es wurden keine anderen Anomalien festgestellt. Die MRT wurde mit einem General Electric Optima 360 1,5T-Scanner (GE Healthcare) durchgeführt. Es wurden Single-shot fast spin-echo-Sequenzen (SSFSE) verwendet, wobei T2-gewichtete Bilder in der koronalen, axialen und sagittalen Ebene erhalten wurden. Die MRT-Untersuchung wurde von unserer Patientin gut vertragen, und die fetalen Bewegungen veränderten die Bildqualität nicht, obwohl keine mütterliche Sedierung verwendet wurde. Nach spontaner Einleitung der Wehen in der 34. Schwangerschaftswoche wurde ein Junge per Steißgeburt geboren. Er wog 1690 g und erreichte nach zwei und fünf Minuten die Apgar-Werte 6 und 4. Er machte Atembewegungen und sein Herzschlag lag zwischen 50 und 60 Schlägen pro Minute. Die Eltern wünschten keine Reanimation, und das Neugeborene starb eine Stunde nach der Geburt. Die Diagnose einer beidseitigen Nierenagenese wurde bei der Autopsie bestätigt. Das polnische Gesetz verbietet die Beendigung der Schwangerschaft nach dem zweiten Trimester. Selbst wenn die Entscheidung für die Fortsetzung der Schwangerschaft getroffen wird, kann eine präzise Diagnose den Gesundheitsfachleuten helfen, die Eltern auf das Neugeborene vorzubereiten und eine Entscheidung über die postnatale Betreuung des Kindes zu treffen.