Anamnese: Die Patientin ist eine 29-jährige Frau aus Addis Ababa, Äthiopien. Sie stellte sich am 16. April 2012 in einer Privatklinik in Addis Ababa mit einer seit acht Jahren bestehenden, linksseitigen, hemifazialen Hyperhidrose vor, die sich nach routinemäßigen Haushaltsaktivitäten und Sport verschlimmerte. Daneben klagte sie über Schmerzen und Taubheit im linken Oberarm. Ansonsten gab es keine persönlichen oder familiären Anamneseerkenntnisse zu Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen. Sie hatte keine Operationen, Traumata oder Hautausschläge. Physikalische Untersuchung: Die Vitalzeichen des Patienten waren normal. Die allgemeinen systemischen Untersuchungen waren normal, und es gab keine Anzeichen für eine Veränderung der Hautfarbe. Der Patient war aufmerksam und orientiert mit fließender Sprache und intaktem Verständnis. Die Hirnnerven waren normal, mit Ausnahme der Anwesenheit von linksseitiger hemifacialer Hyperhidrose mit rechtsseitiger hemifacialer Anhidrose (). Muskelmasse, -tonus und -kraft waren normal mit normalem tiefem Sehnenreflex. Die plantaren Reaktionen waren bilateral abwärts gerichtet. Die Empfindung war in Bezug auf leichte Berührung, Nadelstich, Vibration und Position intakt. Es wurden keine Koordinationsanomalien festgestellt. Die Anzeichen für eine meningeale Reizung waren ebenfalls negativ. Hilfsuntersuchungen: Ihr komplettes Blutbild, die Erythrozytensedimentationsrate, die Leberfunktion, das Lipidprofil, die Nierenfunktion und die Plasmaglukosewerte waren normal. Die Ergebnisse für Serum-VDRL, Rheumafaktor und C-reaktives Protein waren nicht reaktiv; HBsAg und Anti-HCV-Antikörper sowie die Serologie für retrovirale Infektionen waren alle negativ. Die Nervenleitungsstudie der oberen und unteren Gliedmaßen war ebenfalls normal. Das Ergebnis der Gehirn-MRT war normal. Die Ergebnisse der Hals- und oberen Brustkorb-MRT deuteten auf normale Befunde hin, mit Ausnahme der Anwesenheit von C4-5, C5-6 und C6-7 milden anterioren thecalen Einrückungen durch vorgewölbte Bandscheiben (). Der Verlauf der Behandlung: Sie erhielt topische Creme mit Glycopyrrolat, die keine wesentliche Verbesserung zeigte, und die Patientin wurde über die Krankheit informiert. Die Patientin wurde 10 Jahre lang überwacht, ohne dass eine wesentliche Verschlechterung oder Verbesserung der Symptome zu verzeichnen war.