Eine 73-jährige Frau stellte sich mit einer Beschwerde über Schwierigkeiten beim Gehen und einer Unfähigkeit, auf der rechten Seite zu stehen, beim Hausarzt vor. Sie klagte auch über Beckenschmerzen und bemerkte eine abdominale Masse in der Mitte und auf der rechten Seite. Es gab keine Vorgeschichte von vaginaler Blutung, Ausfluss oder eine Veränderung der Stuhlgewohnheiten. Der Hausarzt vermutete eine mögliche gynäkologische Ursache für ihre Beschwerden, höchstwahrscheinlich einen Uterusmyom, und überwies sie daraufhin an einen Gynäkologen zur weiteren Untersuchung. Sie hatte auch eine Vorgeschichte von fünf früheren Hüftoperationen aufgrund einer schweren Arthrose ihrer Hüftgelenke, drei auf der rechten und zwei auf der linken Seite. Ihre letzte Operation war eine dritte Hüftoperation. Diese letzte Hüftoperation wurde in einem Lehrkrankenhaus durchgeführt. Es gab postoperative Komplikationen, am wichtigsten eine kalte rechte untere Extremität. Sie hatte sich erfolgreich einer endovaskulären Stent-Implantation der rechten äußeren Iliakalarterie unterzogen und wurde nach Hause entlassen. Ihre aktuelle Präsentation erfolgte 6 Monate nach der letzten Operation. Die gynäkologische Untersuchung ergab eine feste, nicht schmerzhafte rechte Fossa iliaca-Masse. Die vaginale Untersuchung ergab mobile Massen, die in die Douglas-Pouch ragten. Die Ultraschalluntersuchung des Beckens zeigte eine umfangreiche akustische Schattierung. Eine Arbeitsdiagnose einer möglichen zurückgehaltenen Tupfer mit einer granulomatösen Masse wurde in Betracht gezogen. Da nun eine nicht-gynäkologische Ätiologie für ihre Beschwerden vermutet wurde, wurden Röntgenaufnahmen in einfacher Darstellung angefordert. Die Röntgenbilder des Beckens in Rückenlage und der Hüfte in Seitenlage zeigten eine überlegene Migration des Femurkopfes der Prothese in die rechte Seite des Beckens sowie eine dislozierte Acetabulumkomponente, die im mittleren unteren Bereich des Beckens lag. In der Seitenansicht war die dislozierte Acetabulumkomponente im Bereich des Douglas-Beutels mit nach unten gerichteten Schrauben zu sehen. Die Patientin wurde in eine Lehrklinik für Orthopädie überwiesen, wo sie sich einer Notfalloperation zur Entfernung der intrapelvinen Acetabularschale unterzog. Die Chirurgen gingen davon aus, dass ihre zahlreichen Revisionsoperationen und ihr osteoporotischer Knochenzustand sie für eine Acetabuloplastik prädisponierten. Bei der Operation wurde eine Laparotomie mit transperitonealem Zugang durchgeführt. Angesichts der umfangreichen Zerstörung des Acetabularbones wurde eine Sattelprothese und ein vollständiger Femurersatz verwendet. Dies wurde in einer anderen Einrichtung durchgeführt, sodass keine Nachfolgeraöntgenaufnahme verfügbar war