Eine 62-jährige Frau stellte sich mit einer zweitägigen Vorgeschichte von schmerzlosem Sehverlust des linken Auges in der Notaufnahme vor. Sie berichtete von einer allmählichen Verringerung ihres Sehvermögens in den letzten 30 Tagen, wobei die Verringerung in den letzten zwei Tagen besonders dramatisch war. Sie klagte über keine Augenschmerzen, keine Flimmererscheinungen, keine Mouches volantes und keine Diplopie. Die Krankengeschichte wies auf einen Schlaganfall, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes mellitus und Hypercholesterinämie hin. In der Notaufnahme ergab die körperliche Untersuchung, dass sie unter chronischem Schiefliegen des linken Gesichts mit weißer Opazität der linken Linse, einer Sehschärfe von 20/30 im rechten Auge und einer Lichtwahrnehmung nur im linken Auge litt. Die Augenultraschalluntersuchung im Rahmen der Notfallversorgung mit einer linearen Sonde (10 Megahertz) ergab eine Linsenkalzifikation, die mit einer Katarakt einherging (). Der Augenarzt wurde konsultiert und eine Untersuchung des vorderen Segments wurde durchgeführt. Das rechte Auge zeigte eine diffuse oberflächliche Keratitis punctata (SPK) Grad 4 mit einem Kernsklerotischen Katarakt Grad 2. Im Gegensatz dazu zeigte das linke Auge einen SPK Grad 3 mit einem Katarakt Grad 4. Die Funduskopie des rechten Auges war normal, während die Sicht des linken Auges durch den Katarakt Grad 4 verdeckt war. Eine B-Scan-Untersuchung wurde vom Augenarzt durchgeführt, die wiederum einen Katarakt Grad 4 im linken Auge zeigte. Eine ambulante Nachuntersuchung mit einer möglichen Kataraktentfernung mit intraokularer Linsenimplantation wurde vom Augenarzt empfohlen.