Ein einjähriger Junge mit Hämophilie A (d. h. schwerem Mangel an Faktor VIII) kam mit akutem und spontanem Auftreten einer schweren Quadriparese in die Klinik. Laboruntersuchungen ergaben einen niedrigen Hämoglobinspiegel (8,5 g/dL), einen niedrigen Hämatokrit (25,6%), ein leicht erhöhtes internationales Normalisierungsverhältnis (1,34) und eine verlängerte partielle Thromboplastinzeit (37 s) mit reduzierter Prothrombinaktivität (65 s). Die Holo-Spine-Magnetresonanz (MR) mit Kontrast zeigte eine große zerviko-thorakale posteriore epidurale Kompressionsläsion, die sich von C3 bis L1 erstreckte und mit einem epiduralen Blutung übereinstimmte; sie war auf T1-Bildern hypointensiv und auf T2-gewichteten Bildern hyperintensiv ([]). Eine dringende rechtsseitige Hemi-Laminektomie C5-T10 wurde durchgeführt, zusammen mit der gleichzeitigen Verabreichung/Infusion von Faktor VIII-Ersatz. Die 48-stündige postoperative zerviko-thorakale Magnetresonanzuntersuchung dokumentierte die vollständige Entfernung eines epiduralen Hämatoms ohne erhöhtes Signal im Rückenmark (d. h. übereinstimmend mit dem Fehlen einer signifikanten ischämischen Verletzung) []. Nach der Operation wurde der Faktor VIII-Mangel bestätigt und er wurde mit kontinuierlichen Infusionen von Faktor VIII (d. h. 500 IU zweimal täglich, insgesamt 6 Tage) behandelt. Fünf Jahre später zeigte er keine Restdefizite und keine Spinaldeformität.