Wir berichten über den Fall eines 43-jährigen Mannes, der sich mit plötzlich auftretenden, starken Bauchschmerzen vorstellte. Seine Symptome waren mit einer akuten Cholezystitis vereinbar. Er konnte nicht Englisch sprechen und kommunizierte über einen Dolmetscher. Bei der Untersuchung wurde ein Battle-Schnitt festgestellt. Er behauptete, dass dies auf eine zehn Jahre zuvor in seinem Heimatland durchgeführte Cholezystektomie zurückzuführen sei. Er zeigte Anzeichen einer lokalisierten Peritonitis im rechten Oberquadranten. Entzündungsmarker waren erhöht. Eine klinische Diagnose einer akuten Cholezystitis wurde gestellt und ein Breitspektrum-Antibiotikum wurde begonnen. Ein Ultraschall wurde durchgeführt und bestätigte das Vorhandensein einer nicht entzündeten Gallenblase, die keine Gallensteine enthielt. Er zeigte jedoch eine entzündete, nicht komprimierbare, nicht peristaltische, blindendende Struktur, die eng mit der Leber verwandt war, was auf eine subhepatische Appendizitis hindeutete (Abbildung). Die Laparoskopie ergab dichte Adhäsionen in der gesamten Bauchhöhle und das Vorhandensein eitrigen intraabdominalen Fluids. Wir führten eine Laparotomie durch einen mittleren Schnitt durch. Nach einer umfangreichen Adhesiolyse wurde das Caecum identifiziert, aber nur ein nicht entzündeter Appendixstumpf blieb übrig. Weitere Dissektion ergab Hinweise auf Eiter im rechten subhepatischen Raum. Der Eiter stammte aus einer röhrenförmigen Struktur, die an der lateralen Bauchwand haftete. Eine intraoperative Diagnose von residualer Appendizitis wurde gestellt. Die röhrenförmige Struktur, die 2,5 cm lang war, wurde entfernt und histologisch als Appendizitis mit Anzeichen akuter entzündlicher Veränderungen bestätigt. Der Patient erholte sich ohne Zwischenfälle und wurde sechs Tage nach der Operation nach Hause entlassen.