Ein asymptomatischer 96-jähriger weißer Mann mit einer Vorgeschichte von Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen der Kopfhaut und Vitamin-B12-Mangel stellte sich zu einer routinemäßigen Augenuntersuchung vor. Seine letzte Augenuntersuchung war 13 Monate zuvor erfolgt und war unauffällig. Seine bestkorrigierte Sehschärfe betrug 20/20 im rechten Auge (OD), 20/20 − 2 im linken Auge (OS). Die Fundusuntersuchung des linken Auges ergab eine dunkel gefärbte choroidale Erhöhung ohne subretinale Flüssigkeit, Drusen oder orangenes Pigment im superotemporalen mittleren Randbereich, die 6 × 6 × 1,5 mm maß. Die Läsion war isoautofluoreszent relativ zu angrenzenden Strukturen. B-Scan zeigte eine kuppelförmige, akustisch solide choroidale Läsion ohne extrasklerale Ausdehnung. Sie wurde mit zunehmendem äußeren Druck auf den Globus abgeflacht, was mit einer gutartigen Vortex-Vene-Varikose und dem Ausschluss anderer Differentialdiagnosen, wie Melanom oder andere solide Läsionen, vereinbar ist. Die optischen Kohärenztomographie-Scans (OCT) waren mit einer superotemporalen Vortex-Vene-Varikose vereinbar, was auf verdickte choroidale Gefäße hindeutet, die zu einer erhöhten RPE-Kontur mit normaler überlagernder Netzhaut führten. Während einer 9-monatigen Beobachtungszeit blieb diese Läsion klinisch weitgehend stabil und zeigte eine vergleichbare Vertiefung durch OCT. Bei einem Besuch 13 Monate nach der ersten Untersuchung war die erhöhte Vortex-Varikose vollständig abgeflacht, selbst wenn der Patient nach oben blickte. Während einer zusätzlichen 3-monatigen Beobachtungszeit kam es nicht zu einem Wiederauftreten.