Ein 65-jähriger Mann mit bekanntem metastasierendem Lungenkrebs wurde aufgrund einer typischen Angina pectoris, die etwa 8 Stunden andauerte, in unsere Notaufnahme eingeliefert. Die Patientin erhielt vor zwei Jahren die Diagnose Lungenkrebs, der nach dem TNM-System (Tumor, Lymphknoten, Metastasen) als cT4cN1cM1 klassifiziert wurde. Die palliative Behandlung umfasste eine Kombination aus Operation, adjuvanter Chemotherapie und drei Runden Strahlentherapie zur Behandlung der Knochenmetastasen in der linken Schulter. Bis zu seiner aktuellen Präsentation hatte der Patient keine Vorgeschichte von Schmerzen in der Brust, weder in Ruhe noch bei Anstrengung, und keine Vorgeschichte von koronaren Herzkrankheiten. Zu seinen koronaren Risikofaktoren gehörten Bluthochdruck und früheres Rauchen. Bei der Aufnahme war der Patient hämodynamisch stabil ohne Anzeichen einer kardialen Dekompensation (Killip I). Das EKG zeigte eine ST-Segment-Elevation in den anterolateralen Ableitungen V2, V3, I und aVL (). Eine extern durchgeführte Blutuntersuchung ergab erhöhte Werte von hochsensitivem Troponin und Kreatin-Kinase (CK), gemessen bei 154 ng/l bzw. 300 U/l. ST-Elevation AMI wurde diagnostiziert, und der Patient wurde zur Notfall-Katheterisierung überwiesen. Das Koronarangiogramm ergab eine vollständige Okklusion der distalen LCA (). Auffällig war, dass am linken Ventrikelapex und am mittleren LCA keine Herzaktivität nachweisbar war (siehe, ). Mehrere Versuche, das verstopfte Gefäß zu überbrücken, waren nicht erfolgreich und wurden aufgrund des Risikos einer Perforation und Blutung bei Verdacht auf Tumoreinmarsch in das Myokard nicht durchgeführt. Aufgrund der palliativen Situation wurden keine anderen Revaskularisierungsstrategien in Betracht gezogen. Die durchgeführte transthorakale Echokardiographie (TTE) zeigte eine Invasion des Herzspitzes durch den metastatischen Tumor, die sich durch eine lokale Verdickung der apikalen linken Ventrikelwand an der Stelle der Tumorhaftung manifestierte. Eine lokale Asynergie der Wandbewegung wurde ebenfalls beobachtet (,, ). Eine Überprüfung der vorherigen CT-Bilder zeigte Hinweise auf Tumorinfiltration und Kontrastverstärkung im linken Ventrikelspitz (). Die lokale Verdickung und die Asynergie der Wandbewegung, die bei der TTE beobachtet wurden, entsprachen gut dem erkannten Bereich der Tumorbeteiligung. In der Zusammenfassung der gesammelten Befunde konnte unsere Diagnosethese einer Okklusion aufgrund von Tumormetastasen in den linken Rippen bestätigt werden. Die Patientin wurde erneut einer Strahlentherapie unterzogen, aber leider verstarb sie einige Tage später.