Eine 59-jährige Frau (Größe 151 cm; Gewicht 57 kg; Körperoberfläche 1,52 m2) wurde wegen Herzklopfen und Ödem der unteren Extremität in unser Krankenhaus eingewiesen. Die Patientin hatte keine signifikante medizinische Vorgeschichte. Die Elektrokardiographie ergab eine Herzfrequenz von 76 Schlägen/min und einen atrioventrikulären Block ersten Grades. Die Leberfunktion war nahezu normal mit einem Aspartat-Aminotransferase-Wert (AST) von 40 U/l und einem Alanin-Aminotransferase-Wert (ALT) von 25 U/l. Die Nierenfunktion war normal mit einem Kreatininwert von 0,56 mg/dL. Die Computertomographie (CT) zeigte einen pedunculated mobilen Tumor, der aus dem interatrialen Septum entstand (Abb. a). Eine 4-dimensionale CT (Video 1) ließ eine rechtsseitige Herzblutstauung vermuten. Eine transthorakale Echokardiographie (TTE) zeigte einen 57 mm × 63 mm großen Tumor, der den Einlass der Trikuspidalklappe in jedem Herzzyklus blockierte (Abb. b, Video 2). Infolgedessen imitierte der Tumor eine Trikuspidalklappenstenose mit einem mittleren trans-trikuspidalen Druckgradienten von 5 mmHg. Die Diagnose eines mit einer rechtsseitigen Herzinsuffizienz einhergehenden rechtsseitigen Myxoms wurde bestätigt, und eine dringende chirurgische Resektion wurde einen Tag nach der Diagnose geplant. Nach einer medianen Sternotomie und einer Aorten-Kreuzklemmung wurde das rechte Atrium durch eine schräge Atriotomie geöffnet. Der riesige, bewegliche Tumor wurde am Rand der Fossa ovalis befestigt und zusammen mit dem Atrioventrikularseptum, an dem der Tumorstamm befestigt war, reseziert. Der verbleibende Septumdefekt wurde mit einem Dacron-Patch (Sauvage Filamentous Knitted Polyester Fabric, Bard Peripheral Vascular Inc., AZ, USA) repariert. Die Trikuspidalklappen und der subvalvuläre Apparat sahen normal aus und wurden ohne chirurgischen Eingriff belassen. Die transoesophageale Echokardiographie (TEE) zeigte jedoch eine moderate Trikuspidalklappen-Regurgitation aufgrund einer ringförmigen Erweiterung während der Entwöhnung vom kardiopulmonalen Bypass (CPB). Die Aorten-Kreuzklemmung wurde wiederholt und eine Trikuspidalanuloplastik wurde mit einem 30-mm-Trikuspidalanuloplastikring (Physio Tricuspid annuloplasty ring, Edwards Lifesciences Co., Tokio, Japan) durchgeführt. Die Größe des Rings basierte auf der Länge des Septumannulus. Die Dauer des CPB betrug 68 min und die Gesamtdauer des Herzstillstands 32 (20 + 12) min. Die postoperative TTE ergab keine abnormalen Befunde mit gut kontrollierter Trikuspidalinsuffizienz. Die histopathologische Untersuchung ergab ein gutartiges Myxom mit myxoidem Stroma und hämorrhagischer Nekrose. Der postoperative Verlauf verlief ohne Komplikationen und die Patientin wurde am 5. postoperativen Tag entlassen.