Ein ansonsten gesunder 52-jähriger Mann (172 cm groß und 74 kg schwer) sollte sich einer videounterstützten oberen Lobektomie wegen eines Krebses der linken Lunge unterziehen. Der paravertebrale Raum zwischen den Querfortsätzen T4 und T5 wurde erkannt. Dieser Ort lag zwischen dem oberen kustatransversalen Ligament und der Pleura. Eine 5-cm-22-G-Nadel (Stimplex®D, B. Braun, Deutschland) wurde an der lateralen Seite des Transducers leicht nach medial eingeführt. Während des Vorschubs wurde die Nadelspitze nicht auf dem Ultraschallbildschirm sichtbar. Nur die Gewebeverschiebung war sichtbar. Mehrere Versuche wurden durchgeführt. Beim letzten Versuch wurde die Nadelspitze knapp unterhalb des oberen kustatransversalen Ligaments in der Mitte des paravertebralen Raums sichtbar. Nach einem weiteren Vorschub wurde eine anteriore Verschiebung der Pleura in der Mitte des T4-5-PVS sichtbar, nachdem die Kochsalzlösung injiziert worden war. Kurz bevor die Lokalanästhetika verabreicht werden konnten, wurde eine Aspiration von rotem Blut festgestellt. Die TPVB auf dieser T4-Ebene wurde abgebrochen. Wieder erkannten wir die T6-paravertebrale Ebene, die Technik war die gleiche wie bei der T4-Ebene. Dieses Mal verlief der gesamte Vorgang ohne Zwischenfälle. Die richtige Nadelspitzenposition wurde durch eine Verschiebung der Pleura mit einer Erweiterung des Interkostalraums nach der Injektion der Kochsalzlösung bestätigt. Die Aspiration durch die Nadel war negativ. Fünfzehn Milliliter 0,4% Ropivacaine wurden injiziert. Während des gesamten Vorgangs hatte der Patient keine Beschwerden, Schmerzen oder Anzeichen einer pleuralen Reizung. Er war hämodynamisch stabil. Als der Chirurg in die Brusthöhle eintrat, stellte er fest, dass sich im linken PVS unterhalb der Pleura ein prall gefülltes, säulenförmiges Hämatom befand, das sich von T1 bis T12 erstreckte und sich gleichzeitig in den linken T4-5-Interkostalraum bis zur Postaxillarabteilung ausdehnte (Abb. ). Es wurden keine Verletzungen des Lungengewebes festgestellt. Das Hämatom wurde nicht berührt. Über 15 Minuten wurde ein Gramm Tranexamsäure infundiert. Die Operation wurde gemäß dem Routineprotokoll durchgeführt und verlief ohne Zwischenfälle. Nach dem Eingriff wurde der Patient mit Sufentanil intravenös mit einer patientenkontrollierten Analgesie (PCA) behandelt. Am postoperativen Tag 1 klagte der Patient über starke dynamische Schmerzen im Bereich der Brustwarzen, die mit der intravenösen PCA nicht gelindert werden konnten. Eine Notfall-Analgesie wurde verabreicht. Eine neurologische Untersuchung ergab, dass die sensorische Funktion im T4-Dermatom beidseitig intakt und die Sensibilität im linken T5-T7-Dermatom vermindert war. Der Patient erholte sich vollständig ohne neurologische Folgeerscheinungen und wurde eine Woche später entlassen.