Ein 26-jähriger Patient aus Indien, der seit 2005 in Italien lebt, stellte sich im März 2006 in der Abteilung für Otorhinolaryngologie mit einer seit drei Monaten bestehenden Nasenverstopfung vor. Die Familiengeschichte des Patienten ergab eine ähnliche Erkrankung bei seiner Mutter, die zweimal (1994 und 2000) wiederkehrte. Der Patient berichtete seit seinem 7. Lebensjahr über rezidivierende Epistaxis, die mit Kältepackungen behandelt wurde, und über eine nicht näher spezifizierte Konjunktivitis, die im September 2005 mit Augentropfen geheilt wurde. Die körperliche Untersuchung ergab eine erythematöse, papillomatöse, 3 cm große Masse, die die rechte Nasenhöhle verstopfte und die durch einen schmalen Stiel an der Nasenscheidewand befestigt war. In der kontralateralen Nasenhöhle oder im Nasenrachen wurden keine Anomalien festgestellt. Die Masse wurde endoskopisch entfernt und die Basis des Implantats wurde mit einem Elektrokoagulator behandelt. Der Patient nahm keine medikamentöse Therapie ein und ist bis heute nach fünfmonatiger Nachuntersuchung, in der er zweimal klinisch untersucht wurde, gesund und ohne Anzeichen eines Rezidivs. Die entfernten Massen wogen 4 g, hatten einen maximalen Durchmesser von 3 cm, waren rosa, mit einer fleischigen Konsistenz, und waren mit weißlichen Flecken auf der Oberfläche übersät. Bei der histologischen Untersuchung zeigte die Läsion die charakteristischen Merkmale der Rhinosporidiose: das polypoide, faserige, bindegewebige Stroma, das von einem flachen, mehrschichtigen, schuppigen Epithel bedeckt war, enthielt viele kugelförmige Zysten. Jede dieser Zysten stellte ein faseriges, dickwandiges Sporangium dar, das zahlreiche "Tochtersporen" in verschiedenen Entwicklungsstadien enthielt. Das Stroma enthielt ein faseriges, bindegewebiges vaskuläres Gewebe mit Fibroblasten und Myofibroblasten und ein entzündliches Infiltrat (Neutrophilen, Lymphozyten, Plasmazellen und Histiozyten). Die histochemischen Färbungen, wie PAS, GMS und Mucicarmin, wurden verwendet, um die korrekte Diagnose der Rhinosporidiose zu stellen. Die morphologischen Kriterien basierten auf dem Durchmesser der Endosporen und Sporangien, die jeweils 5–10 μm bzw. 50–1000 μm betrugen. Diese Befunde erleichterten die Unterscheidung von Rhinosporidium seeberi von einem anderen, häufig auftretenden, ätiologischen Erreger von Nasenmykosen, Coccidioides immitis.