Eine 33-jährige Frau kam aus der Umgebung der Stadt Danzhou in der chinesischen Provinz Hainan. Im April 2010 berichtete sie über eine 11-monatige Vorgeschichte von wiederkehrendem Durchfall mit kolikartigem Schmerz. Der wässrige Durchfall hielt seit Mai 2009 an und trat etwa drei- bis viermal täglich auf. Sie verlor außerdem 12,5 kg. Sie wurde in eine ambulante Klinik und ein Krankenhaus in Danzhou eingewiesen. Von Mai 2009 bis März 2010 erhielt die Patientin eine Behandlung zur Kontrolle des Durchfalls. Die detailierte Diagnose, Behandlung und Laboruntersuchung ihres Durchfalls waren nicht klar. Im April 2010 wurde sie aufgrund ihrer nicht zu lindernden Symptome in das Volkskrankenhaus der Provinz Hainan in Haikou, China, eingewiesen. Die klinische Untersuchung ergab eine moderate Dehydration, Blässe, einen weichen, nicht schmerzempfindlichen, nicht aufgetriebenen Bauch und ein ausgeprägtes Ödem der unteren Gliedmaßen. Leber und Milz waren nicht vergrößert. Serum-Gesamtprotein- und Albuminspiegel waren niedrig (47 bzw. 14 g/l), und eine Proteinurie wurde nicht festgestellt (Tabelle 1). Eine Thorax-Röntgenaufnahme und ein Ultraschall des Abdomens ergaben keine spezifischen Auffälligkeiten. Eine Gastroskopie zeigte eine Hyperämie, ein Ödem und oberflächliche Erosionen im Magen-Antrum. Im April 2010 wurden im Labor des Krankenhauses mehrere Stuhluntersuchungen mit der direkten Schabemethode durchgeführt, und es wurden keine Eier gefunden. Im Mai 2010 wurden im Parasitologielabor des Hainan Medical College 9 Stuhluntersuchungen mit der direkten Schabemethode und der Flotation in Kochsalzlösung durchgeführt. Es wurden Eier (0-1 Eier/10 ×40 mikroskopische Felder) beobachtet, die länglich und erdnussförmige waren, mit abgeflachten bipolaren Steckern und gestreiften Schalen (43,7 × 14,6 μm), wie in der Abbildung gezeigt. Die Eier wurden als Eier von C. philippinensis identifiziert. In den Stuhlproben wurde auch ein erwachsener männlicher C. philippinensis (1,6 × 0,1 mm) gefunden. Außerdem wurden Zysten von Entamoeba coli gefunden. Die Patientin berichtete, dass sie von März bis April 2009 jeden Tag Sashimi von zwei rohen Misgurnus anguillicaudatus-Karpfen aß, um eine siebenjährige Vorgeschichte von Verstopfung zu behandeln. Einen Monat später trat das mit Kolikenschmerzen einhergehende Diarrhoe auf und hielt an. Sie hatte keine Reiseerfahrungen außerhalb der Stadt, in der sie lebte, in der Zeit vor dem Krankwerden. Alle anderen Familienmitglieder aßen den Fisch nicht und waren ohne Diarrhoe gesund. Die Patientin erhielt eine 30-tägige Albendazol-Kur (400 mg/Tag). Die Patientin verließ das Krankenhaus am fünften Tag der Behandlung. Bis jetzt hat sich die Patientin bei einem telefonischen Nachuntersuchungsbesuch ohne Zwischenfälle und stabil erholt.