Interviewer: Ja, also nochmal vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast, da mitzumachen. Und wir haben das auch schon besprochen, beziehungsweise du hast es ja gelesen, aber so for the record, es wird hier aufgenommen. Und bist du damit einverstanden, dass es a, aufgenommen wird zu Forschungszwecken und b, dass ich und meine studentischen Hilfskräfte eventuell mit Hilfe von einem lokalen Large Language Model die Interviews transkribieren?

Interviewee 01: Ja und ja.

Interviewer: Super. Ja, dann das Ziel der Studie ist es, mehr über die Praktiken der Open Science, also ich glaube, das werde ich auf Englisch lassen, in der Linguistik herauszufinden. Und erstmal die Frage, ich glaube, ich kenne die Antwort, aber verstehst du dich als Linguistin?

Interviewee 01: Ja

Interviewer: In welcher Teildisziplin der Linguistik ist deine Forschung angesiedelt? Wie würdest du das beschreiben?

Interviewee 01: Ich denke vorrangig in der Psycholinguistik, zu der wir ja die ganze Spracherwerbsforschung zählen, letztendlich aber auch die Mehrsprachigkeitsforschung. Gut, die kann in mehreren Abteilungen sein, die können wir psycholinguistisch betreiben, die können wir natürlich auch migrationslinguistisch oder soziolinguistisch betreiben, aber bei mir ist der Fokus doch stärker auf dem Individuum, insofern stärker, PROJECT. Die habe ich aber auch. Das heißt, ich versuche schon sozio-linguistische, PROJECT Aspekte mit einzubeziehen und zu verbinden mit der psycholinguistischen. Also ich kann, naja, Fokus Psycholinguistik, ja.

Interviewer: Ja, das ist super interessant, wie die Leute sich beschreiben. Ich finde es wichtig zu fragen, weil jeder fasst es anders auf. Und ich würde gerne beginnen mit deinen persönlichen Ansichten. Später kommen wir zum Feld Linguistik und deine Expertenbereiche. Aber erst mal zu deinen persönlichen Ansichten. Was assoziierst du mit Open Science Praktiken oder Open Science?

Interviewee 01: Letztendlich natürlich irgendwo der Versuch, sowohl Kriterien als auch Daten und Ergebnisse, also einfach alles auch offen zu legen, dass andere das nachvollziehen können. Wobei ich verschiedene Erfahrungen mit Open Access gemacht habe. Die nicht alle nur einfach sind, denn was nicht fair ist aus meiner Sicht, und das ist jetzt wirklich persönlich, ist, dass man bei Open Access die eigene Forschung, sozusagen die Publikation der eigenen Forschung, die man schon viel investiert hat, auch noch bezahlen soll. Das finde ich strikt unverschämt.

Interviewer: Ja, kann ich sehr gut nachvollziehen.

Interviewee 01: Ich verstehe, dass natürlich bei öffentlich geförderter Forschung ein öffentliches Interesse besteht, an diese Sachen ranzukommen. Aber es kann nicht sein, dass unsere Leistung sozusagen jetzt auch noch damit einhergeht, weil sie wird ja oft genug sowieso schon nicht bezahlt. Sie ist unser Interesse und unser Daseins, naja stückweit Dasein. Aber dass dann man nur oben drauf zahlen soll, das Geld habe ich auch schlichtweg nicht. Das habe ich einfach nicht. Und das kann nicht angehen, dass das so läuft.

Interviewer: Ja, das ist ganz spannend. Ich spreche jetzt von Open Science, aber eigentlich ist Linguistik, also ich persönlich, ich weiß nicht, wie du das siehst, würde das in den Geisteswissenschaften ansiedeln. Und in den Geisteswissenschaften gibt es durchaus Menschen, die sagen, Open Science ist ist nicht der richtige Begriff. Man soll eher von Open Research sprechen, weil wir eben keine Science sind, sondern eine Humanity, eine Geisteswissenschaft. Oder andere haben auch Open Scholarship verwendet und wollen das auch damit breiter fassen und sehen dann Open Research und Open Education als Teil von Open Scholarship. Und, warte mal, ich mache das, die ganzen Begriffe mache ich in den Chat, weil das sind viele Begriffe, die ich jetzt erwähnt habe. Das sind die vier Begriffe, die ich erwähnt habe. Und mich würde interessieren, wie siehst du das? Was ist deine Meinung dazu? Und welcher Begriff ist deiner Meinung nach für die Linguistik jetzt am besten geeignet?

Interviewee 01: Linguistik ist schon für mich eine Geisteswissenschaft, die aber ganz starke, gerade in der empirischen Forschung, die wir ja betreiben, auch ganz starke Anleihen an Naturwissenschaften macht. Und ihr den Science, ihr den Titel Science abzusprechen, finde ich ziemlich irrsinnig. Und nicht besonders fair. Dennoch kann man natürlich sagen, sicherzugehen, dass man alles auch da reinpackt, gerne von mir aus auch Open Scholarship, also dass man da das mitnimmt. Ich diskutiere ja nun oft mit einem Mathematiker, PERSON und da gilt es ja eigentlich auch, das ist ja auch schwierig, die werden ja viel mehr als Scientists gesehen und da gibt es aber genug die sagen, Mathematik ist eine Geisteswissenschaft. Und mit denen haben wir ja gerade auch mit natürlich Verfahren der Statistik, haben wir ja nun mit Mathematik so einiges zu tun eigentlich. Also ich finde, dass auch dort man doch alles reinnehmen sollte. Also jedenfalls, ja, was wir jetzt natürlich machen mit Education, das ist interessant. Wie weit können wir das überhaupt sozusagen in das, wo wir Education voran, denke ich, ansiedeln? Nämlich wirklich in Bildungswissenschaften, aber auch natürlich nachher in der Schule, wie weit können wir das, was wir machen, da eigentlich hinbringen? Da bin ich selber mir nicht im Klaren. Im Moment, muss ich gestehen. Ja. Ich versuche es.

Interviewer: Ja ganz spannend mit der Mathematik wusste ich gar nicht.

Interviewee 01: Ja, ja, ja.

Interviewer: Und auch fällt mir gerade ein, weil wir das jetzt auf Deutsch machen, in Geisteswissenschaft steht Wissenschaft und in Sprachwissenschaft steht Wissenschaft. Vielleicht ist das ein englischsprachiges Problem, dieses Open Science kann nicht eine Geisteswissenschaft sein, kann nicht eine Humanity sein.

Interviewee 01: Ja, ich denke auch, vielleicht ist es nur ein Begriffsproblem. Wir sehen das hier möglicherweise auch anders als es vielleicht auf einer in anderen Ländern, in einer anderen Wissenschaftskultur gesehen wird. Und wir haben andere Begriffe dafür. Aber für mich sind eigentlich alle wissenschaftlichen Disziplinen, eben auch Wissenschaft. Also das möchte ich niemandem irgendwie absprechen. Auch wenn die Forschungsmethoden, die Gegenstände und alles sehr, sehr unterschiedlich sein können. Also wer sind wir und wer sind die anderen. Es ist uns anzusprechen umgekehrt auch?

Interviewer: Ja, spannend. Also ich werde weiterhin Open Science verwenden, aber ich meine den Begriff auch sehr breit. Also tatsächlich für mich gehört auch Open Education dazu. Und du kannst natürlich alle Begriffe verwenden, wie du möchtest. Und ja, meine nächste Frage bezieht sich auf deine eigenen Erfahrungen. Und du hast schon ein bisschen über Open Access gesprochen. Also die Frage wäre, übst du einige Open Science Praktiken aus? Und wenn ja, welche und warum? Und wenn es welche gibt, die dir bekannt sind, aber die du gerade oder dich entschieden hast, nicht auszuüben, was sind da die Gründe?

Interviewee 01: Also, wie gesagt, Open Access, wenn ich es bezahlen muss, muss ich sagen, nein, kann ich nicht. Ich habe zwar mal für etwas Geld bekommen, bin dann aber irgendwie in der Sache eh nicht weitergekommen und habe das Geld dann intern verteilt oder wieder zurückgezahlt. Aber, ja. Die Offenlegung meiner Daten natürlich nur, soweit ich nicht persönliche Daten offenlegen muss, die zu schützen ich meinen eigenen Projektpartizipanten versprochen habe. Das heißt, ich kodiere natürlich sämtliche Partizipanten, anonymisiere alles, aber ich kann ja auf diese Weise immer noch dann bestimmte Angaben, bestimmte Daten verwenden. Das versuche ich natürlich transparent zu tun. Vorrangiges ist Alter, natürlich Redefluss, aber ich habe auch viel mehr noch, was ich noch gar nicht richtig verwendet habe. Aber das müsste dann eben sozusagen in Zahlen und Daten auch zum Teil noch übersetzt werden, diese dann aber eben in den Veröffentlichungen so nutzen zu können, dass man keinen Rückschluss auf die Person ziehen kann. Denn zum Teil waren sie auch Kinder. Bei Kindern sind wir nochmal extra sicher. Da könnten wir zum Beispiel, anders als man das vielleicht in anderer Forschung macht, auf keinen Fall Videos veröffentlichen. Und selbst bei Transkripten, wenn man die veröffentlichen wollte, deswegen findet man im Grunde auch nichts im Netz. Es ist so wahnsinnig schwierig. Man muss diese Daten komplett bereinigen, weil die Kinder sehr viel von sich preisgeben. Man müsste ganze Teile rausschneiden, sie überhaupt in einer öffentlich zugänglichen Datenbank zu verwenden. Und ich habe bisher das auch noch nicht getan mit meinen Leuten. Ich musste ganze Passagen rausschneiden. Die sind zum Teil sehr versöhnlich und sie werden im Grunde interessant in einer Untersuchung. Nicht nur, wie wird gesprochen, was man linguistisch analysiert, sondern auch, was sagen sie zum Beispiel dazu, wie ihre Integration gewesen ist hier in COUNTRY, nachdem sie aus COUNTRY gekommen sind. Und das ist zum Teil hochgradig persönlich und eventuell rückverfolgbar, auch wenn ich sie anonymisiere. Und deswegen ist für mich dann Datenschutz die absolute Maxime weit über Open Science, in was auch immer für einer Form.

Interviewer: Ja, verstehe. Ich höre daraus, dass wenn du das machen würdest, das wäre halt schon mit sehr viel mehr Arbeit verbunden.

Interviewee 01: Genau, die ich nicht leisten kann und für die ich auch kein Geld habe, für die ich auch keine Leute habe. Das ist ein Hauptproblem natürlich.

Interviewer: Und wie sieht es aus bei den Anreizen dazu, also Incentives? Ich meine, okay, Geld und Zeit und Arbeitskraft ist eine Sache, aber würdest du auch, also in der Zeit, in der du das machst, hast du kein Paper veröffentlicht. Und das ist die Frage, würdest du dann dafür anerkannt, wenn du in deiner Teildisziplin zum Beispiel Daten veröffentlicht und dir die Mühe machst, die zu bereinigen und aufzubereiten?

Interviewee 01: Möglicherweise schon, wenn andere die auch nutzen wollen. Aber ich glaube, wir sind besser damit und auch wesentlich schneller, wenn die nur in einer geschützten Weise den Forschern, mit denen ich direkt zusammenarbeite, zur Verfügung stelle und nicht öffentlich, also in eine öffentliche, zugängliche Datenbank. Auf der einen Seite gehöre ich zu den Leuten natürlich, die auch profitieren, wenn andere das getan haben. Aber ich kenne gerade im PROJECT eigentlich nur Leute, die ihre Daten maximal schützen, etwa PERSON in CITY, die eine Datenbank namens PROJECT gegründet hat, wo sie dann auf eine persönliche Anfrage mit einem Code Zugang gibt. Und man muss auch genau sagen, für welche Bereiche. Was weiß ich, PROJECT, Syntax-Phänomene oder so muss man genau sagen, was man da machen will. Und sie hat es mir eigentlich für zwei Bereiche erlaubt. Und dann habe ich das auch versucht mit dem Zugang. Die Sachen sind alle in EXMARaLDA. Das war zum Teil auch für mich schwierig. Ich konnte auch nicht alles an Daten erkennen. Ich habe bisher ein kleines Subkorpus verwendet, mir angeguckt. Von ein paar Kindern, die zwischen sieben und neun Jahre alt waren. Die habe ich dann, weil sehr viele Informationen eben nicht offen lagen, einfach als Achtjährige angesehen. Das ist eine kleine Gruppe und es waren doch auch sehr beschränkte Teile, die ich davon nur verwenden konnte. Letztendlich hat mir das persönlich so viel nicht gebracht. Sehr viel interessanter ist der Zugang natürlich zu der riesigen Datenbank von PERSON und anderen, wie heißt es noch? CHILDES, die große CHILDES-Datenbank. Der hat auch abgesehen davon auch noch eine Abteilung für Brain und Aphasie-Daten. Das kann man dann zitieren, wenn man da mal drin ist, ist es natürlich schon toll, sich das anzuschauen und mit diesen Daten zu arbeiten. Davon habe ich natürlich schon selbst sehr profitiert. Also ich sehe das natürlich von zwei Seiten aus.

Interviewer: Ja, das ist ganz spannend, ja. Und ich meine, all das machen zu können überhaupt, also mit Datenschutz und wie, was genau man löschen muss oder anonymisieren muss, das sind halt ganz spezifische Skills. Hast du die irgendwo gelernt oder wie hast du dich darüber bekannt gemacht? All diese Kriterien, die sich auch ändern mit der Zeit, ne?

Interviewee 01: Ich muss sagen, dass ich da möglicherweise auch gar nicht auf dem neuesten Stand bin. Vieles ist in Diskussionen mit genauso betroffenen Kollegen entstanden. Und für mich war es dann, als ich mein eigenes Projekt zu den PROJECT hatte, als erstes erstmal wichtig, überhaupt das Vertrauen der Leute zu gewinnen, ihnen auch zuzusichern, schriftlich, dass ich alles anonymisiere, dass die Daten unter Verschluss sind und so weiter. Also genau im Grunde auch mit einer Erklärung so ähnlich, wie du das jetzt gemacht hast. Sonst würde niemand sich überhaupt zur Verfügung stellen. Das Vertrauen ist da die Maxime. Und besonders, wenn Eltern einem dreijährige Kinder anvertrauen. Das ist nochmal eine andere Sache, als wenn man sich als Erwachsener zur Verfügung stellt und selbst erklären kann, ich bin bereit und ich weiß und kann einschätzen, was mit meinen Daten passieren kann und wie das überhaupt was da gemacht wird. Das kann ein Kind ja nicht. Und das ist vielleicht hinterher auch gar nicht zufrieden. Und es gibt auch Eltern, die nachher ihre Einwilligung zurückgezogen haben. Ja, dann musste nicht nur die gesamte Transkription eingestampft werden. Also es ist nicht mir passiert, sondern einer Kollegin in CITY, meiner Doktormutter. Das habe ich dann irgendwann erfahren. Also ja, die haben zurückgezogen, die Eltern, und es durfte nichts mehr veröffentlicht werden. Die Transkriptionen durften nicht behalten werden. Es musste alles eingestampft werden, was je damit gemacht worden ist, und auch sämtliche Transkriptionen. Das war ein bitterer Rückschlag. Und deswegen, das kann auch jederzeit passieren. Wenn da zu einer Verstimmung kommt, das sollte man also möglichst gar nicht erzählen lassen. Ich weiß ja nicht, was die Hintergründe waren.

Interviewer: Ja, aber das ist, die Möglichkeit besteht und dann muss man das können überhaupt. Und mit den Daten, das ist ganz spannend. Ja, ich denke jetzt ein bisschen über wie Linguistinnen über Open Science Praktiken überhaupt lernen. Also zum Beispiel Daten anonymisieren für eine eventuelle Veröffentlichung. Aber nicht nur, also in allen Bereichen. Und ein Angebot, was wir in Köln haben, ist ReproducibiliTea in the HumaniTeas. Und du hast an einigen Sitzungen teilgenommen, das weiß ich. Und da wäre meine Frage, was hast du davon mitgenommen und was wünschst du dir sonst für Angebote? Also was wäre dir persönlich hilfreich?

Interviewee 01: Aber jedes Lernen über eine saubere Statistik natürlich, weil ich diese Gelegenheit in meinem Studium nicht gehabt habe und auch später mir aus zeitlichen und verschiedenen institutionellen Gründen einfach nicht zur Verfügung gestanden hat. Also das wäre erstmal das Erste und tatsächlich wäre natürlich ein Riesenwunsch, dass wir mit Replikation und Reproduzierbarkeit irgendwann mal weiterkommen und dass wir genormtere Studien haben. Und wenn das nämlich so wäre, wenn vernünftige, einheitliche Normen für alle gegeben wären, könnten wir Studien und Ergebnisse besser vergleichen. Und dann würden wir es wohl auch als Fach bekommen und lernen im Studium. In meiner Generation war das, glaube ich, komplett verwehrt. Und es ist auch jetzt ja nicht systematisch implementiert. Und das ist eigentlich der größte Wunsch, den ich habe. Ich kann es ja auch, weil ich es selbst nicht gelernt habe, nicht annähernd gut vermitteln. Also da ist dein Angebot natürlich fantastisch und die Studierenden, die davon profitieren können. Kann ich nur beneiden, dass die das systematisch bekommen, während das eben für mich nicht möglich ist. Ich habe zwar einiges gelernt, aber viel zu wenig, als dass ich das zu einer multifaktoriellen Analyse überhaupt käme. Ich lerne jetzt mit PERSON sozusagen, wie man die Sachen anordnet, wie man die in so einen Sache reinkriegt. Ich weiß ja auch gar nicht, bei meinen Forschungs-Kollegen, bei den Jüngeren, die haben das vielleicht sich selbst noch aneignen können in einer Zeit, in der sie nicht so viel Lehrdiputat hatten. Aber bei den Älteren glaube ich schon, dass sie auch andere zur Hilfe nehmen. Ich hatte bei der Statistik zum Teil Hilfe in CITY von den Statistikern dort. Da war dann auch in einer Arbeit eine Doktorandin dort beteiligt oder Magisterstudentin. Die hat aber tatsächlich beziehungsweise einen Fehler eingebaut durch ein Missverständnis, den dann wiederum meine Doktorandin aufgedeckt hat, die sich so weit in R eingewühlt hatte, dass sie gemerkt hatte, wo was falsch war.

Interviewer: Also was inhaltlich dann? Also ein Missverständnis, weil dieser Kollege nicht den fachlichen Hintergrund hatte, oder?

Interviewee 01: Nee, das war auch was in der Berechnung. Ich kriege das jetzt auch nicht mehr hin.

Interviewer: Spannend. Eigentlich hast du schon die nächste Frage sozusagen ein bisschen vorgeschoben, was ja super ist. Ich würde gerne jetzt, sagen wir mal, weg von deinen persönlichen Erfahrungen und Ansichten und jetzt zum breiteren Feld der Linguistik gehen. Und dahin bist du ein bisschen schon angekommen. Und die Frage wäre, deiner Meinung nach, wie weit verbreitet sind Open Science Praktiken in der Linguistik derzeit? Beziehungsweise auch in deinen Teildisziplinen? Weil da kennst du dich natürlich noch viel besser aus.

Interviewee 01: Ich muss sagen, dass die ganze Psycholinguistik auch nicht so fürchterlich transparent ist. Aber das hängt auch an einzelnen Forschern, wie viel sie zum Beispiel, ob sie überhaupt all ihre Testitems anfügen. Verpflichtend ist das nicht. Bei weitem nicht. Inwieweit sie dann auch ihre Berechnungen offenlegen und zum Beispiel auch, was du mal vorgetragen hattest, in dieser einen Datenbank [IRIS], woraus ihr ja das Projekt gemacht habt, was du da mit den Studierenden vorgestellt hast, wo ihr das verglichen habt. Die eigene Berechnung, was die Forscher dort eingestellt haben. Ich glaube, da ist doch nicht so viel drin von meinem Forschungsfeld. Jetzt habe ich ja aber auch die Arbeiten gelesen zur Corpus Linguistics, gerade von Von dem PERSON, was du mir geschrieben hast. Und das war ja auch noch eher die Klage darüber, dass das so weit nicht ist. Und da war man doch mit einigen Sachen aber immer noch hinter dem sogar, was in der Psycholinguistik im Allgemeinen jetzt mit Statistik gemacht wird und gezeigt wird. Also da war ich dann doch ganz erstaunt, nochmal bestimmte Defizite festzustellen. Jedenfalls hat mich das inspiriert, also tatsächlich nochmal, ich schicke dir übrigens den Vortrag noch. Für unsere Arbeit, also in einer revidierten Version, wo ich nochmal überall ordentlich Standardabweichungen und alles eingetragen habe. Also die fehlt bei uns in der Regel nicht und auch in meinen Publikationen fehlt die nicht. Also solche Sachen, also da waren ja basic errors drin, die ich normalerweise, wenn ich genug Zeit habe, auch nicht mache. Aber tatsächlich gibt es da sehr verschiedene Grade der Offenlegung. Also normalerweise werden nur Beispiel-Items angegeben, aus denen man sich dann so ein bisschen vorstellen kann, wie die Studie gelaufen ist und dann werden Ergebnisse präsentiert und mit Pech auch nur die, die auch gut passen. Also da gibt es schon ganz verschiedene Qualität.

Interviewer: Meinst du, es gibt einen Unterschied zwischen dem, was in Deutschland passiert in der Psycholinguistik und vielleicht international, beziehungsweise im angloamerikanischen Feld? Ich könnte mir vorstellen, dass PERSON ich könnte mir vorstellen, dass seine Sicht sehr, wahrscheinlich liest er keine Papers mehr auf Deutsch. Siehst du da einen Unterschied? Oder würdest du sagen, nee, allgemein wird nicht viel geteilt?

Interviewee 01: Ich denke, dass vom Teilen her das allgemein so ist. Und auch gerade die PROJECT ist hochgradig international. Es sind zwar auch etliche Deutsche beteiligt, aber da gibt es ein paar herausragende Namen und die arbeiten immer mit anderen zusammen. Also ich könnte gar nicht sagen, dass ich da einen großen Unterschied habe. Also ich glaube, da kenne ich die internationale, amerikanische Szene sehr gut. Was mir auffällt, ist, wenn ich Forschung, die gemacht wird aus den romanischsprachigen Ländern sehe, die sind sowohl in ihrer Struktur als auch in ihrer Herangehensweise doch manchmal deutlich abweichend und konservativer, würde ich sagen.

Interviewer: Schön ausgesprochen.

Interviewee 01: Es wird in dem Feld nicht so viel gemacht. Aber also das meiste ist wirklich angloamerikanisch geprägt, von der Struktur bis in die Methoden. Und da schließen wir uns an. Das können wir gleich in die Schublade legen, glaube ich.

Interviewer: Welche Faktoren, deiner Meinung nach, sorgen dafür, dass es in der Linguistik noch nicht so viel Bewusstsein beziehungsweise noch nicht so viel umgesetzt wird, was Open Science angeht? Ist das was Besonderes in der Linguistik? Warum ist die Linguistik da besonders?

Interviewee 01: Hm. Also ich kenne nicht genug aus anderen Wissenschaften, die Linguistik nun so gut aus der Außenperspektive von anderen Wissenschaftlern zu charakterisieren. Aber ich denke, es hat wirklich auch was damit zu tun, dass wir es mit menschlichen Daten zu tun haben. Wir müssen ja auch alle immer unterschreiben, wir machen ja doch einen Eingriff in die Privatsphäre der Menschen. Entsprechende Formulare und Ethikkommissionen und so weiter sind die alle zu durchlaufen. Und da kommt eben immer unsere Sache mit dem Datenschutz. Das heißt, in dem Moment, wo wir Sprachdaten anderer Menschen verwenden, und das tun wir nun mal typischerweise, dann sind wir dabei. Es ist etwas einfacher in der PROJECT tatsächlich. Da kann ich alle möglichen PROJECT texte nehmen. Die sind dann ja extra dafür da. Sie sind öffentlich, weil sie alle Menschen angehen. Und da habe ich dieses Problem natürlich nicht. Oder auch mit historischen Dokumenten. Wo die Leute nicht mehr leben, die sie einst produziert haben, da braucht man auch keine besondere Erlaubnis mehr. Also wer historisch arbeitet, hat das Problem wahrscheinlich nicht. Das heißt, es ist auch nochmal extra eben der Bereich, der mit Daten lebender Menschen arbeitet. Und da haben wir diese ganzen Vorsichtsmaßnahmen und Restriktionen und die hindern uns schon irgendwo substanziell an Open Science, ob man will oder nicht. Ich weiß ja nicht, wie meine Kollegen dazu jeweils eingestellt sind. Man diskutiert ja jetzt nicht mit der ganzen Welt und ständig drüber. Ich jedenfalls nicht, vielleicht. Vielleicht muss das erst kommen.

Interviewer: Mhm. Ja, das ist spannend. Eigentlich ist das genau die nächste Frage, nämlich in der Open Science Bewegung besteht, also aus meiner Sicht, immer ein bisschen die Gefahr, dass man, auf Englisch sagt man, Preaching to the Choir betreibt. Heißt, ich glaube auf Deutsch, so auf offene Türen einrennen oder so. Dass man halt nur mit Menschen sich auseinandersetzt, die schon eh davon wissen und überzeugt sind. Und jetzt meine Frage wäre, was könnten wir dann tun, mehr Sprachwissenschaftlerinnen, die noch nicht so viel über Open Science Praktiken wissen oder die nicht so viel praktizieren, zu erreichen? Also was könnte man da machen?

Interviewee 01: Es gibt eben viel zu wenige von uns, die etwas tun, was du jetzt gestartet hast [ReproducibiliTea in the HumaniTeas]. Ich glaube, das ist die beste Art. Aber es muss wirklich ins Studium implementiert werden.

Interviewer: Also Lehre.

Interviewee 01: Also es muss von Anfang an da sein. Und das können bisher so wenige. Wie gesagt, meine Generation ist da ein ziemlicher Ausfall. Du bist diejenige, die vielleicht mit anderen Gleichgesinnten das zusammen ganz gut in die Lehre reinkriegen kann. Und das nur auf diesem Weg muss es sozusagen hochwachsen.

Interviewer: Okay, ja. Also du siehst das auf jeden Fall bottom-up und nicht, weil andere würden sagen, das müssen die Journals, das müssen die Geldgeber fordern. Aber das ist aus seiner Sicht jetzt nicht so, sie führen nicht.

Interviewee 01: Nee, das sind ja Leute wie ich. Und aus meiner Generation. Die kriegen das gar nicht in den Kopf. Und die sind auch nicht in der Lage dazu. Ich bin auch nicht in der Lage dazu. Ich bin nicht hergegangen bei unserem jetzt jüngst erschienenen PROJECT heißt das Ding. Ist gerade erschienen, letzte Woche. Kannst du gucken. Die Beiträge nun im Hinblick auf ihre Open Science-Eigenschaften, die Leute auf ihre Einstellung in diese Richtung zu überprüfen oder auch die Papers zu überprüfen, wie sie nun genau statistisch vorgegangen sind. Da war aber eins bei, und das wird dich vielleicht besonders interessieren, von einer PERSON, die war auch tatsächlich die jüngste Beiträgerin. Die hat sich tatsächlich die Sachen von PERSON ganz genau zu Herzen genommen und genau damit gearbeitet.

Interviewer: Ja, spannend.

Interviewee 01: Also die hat eine ganz neue Statistik. Es geht PROJECT. Und die hat genau etwas vorgelegt im Sinne von PERSON. Also das könnte dich vielleicht besonders interessieren. Jedenfalls sieht man dort das auch von Generation zu Generation sozusagen. Es sind sehr verschiedene Leute aus verschiedenen Richtungen durchaus auch beteiligt gewesen. Es sind nicht alle Psycholinguisten. Und da kannst du in den Papers dann schon auch sehen, es muss hochwachsen. Ich sehe keine Chance, dass das Leute implementieren. Erstens, wie gesagt, Herausgeber von Zeitschriften können das nicht leisten. Sie können höchstens Reviewer versuchen zu finden, die das schon können. Es ist sehr schwierig, überhaupt Reviewer zu bekommen. Es war ein Krampf, drei pro Paper zu kriegen. Hat mich die meiste Zeit gekostet. Von der Seite können wir das vergessen. Unter Dozenten, wie gesagt, meine Generation wieder, wir können das nicht vermitteln, weil wir das nicht gelernt haben. Also ich sehe keine Chance, dass das von irgendwo her kommt, es sei denn, es werden Kommissionen gebildet, die so mächtig werden, dass sie sozusagen Publikationen gar nicht mehr erst durchlassen, die nicht diesen Kriterien entsprechen. Aber ich glaube, dann können wir das Publikationswesen erstmal für zehn Jahre vergessen. Das können wir uns nicht leisten.

Interviewer: Spannend.

Interviewee 01: Alle sind ja noch im Wege, in eine Professur zu kommen. Das gilt ja für dich genauso. Das gilt für alle Jüngeren, dass sie sich gleichzeitig dabei profilieren müssen. Das geht nur über Publikationen. Es geht nicht über die Überprüfung und Durchführung von Open Science Methoden. Das dankt keiner. So weit sind wir nicht.

Interviewer: Ja, das ist super spannend. Eigentlich wären wir durch mit den Fragen. Es sei denn, du hast noch was, was du auf jeden Fall sagen wolltest zum Thema Open Science oder Open Education in der Linguistik oder allgemein in den Geisteswissenschaften, falls dir noch was einfällt.

Interviewee 01: Das ist auch sehr schwierig. Ich glaube, dass die Linguistik unter allen Geisteswissenschaften schon hier am stärksten empirisch ist. Wir können uns ja nicht vergleichen mit Theologen, Historikern, weiß ich nicht, oder oder Musikpädagogik zum Beispiel auch, als Humanities. Und dann sind wir auch häufig ja eher in unseren Fächern ein Stück weit gefangen, als dass wir ja immer in der Philologie betrachtet werden. Und wenn wir eigentlich schon, dass unsere nächsten Kollegen in der Literaturwissenschaft völlig anders arbeiten als wir. Es gibt ja nur sehr wenige Universitäten, die da sehr viel konsequenter sind und Linguisten zusammenfassen und Literaturwissenschaftler zusammenfassen. Tatsächlich ist die Uni CITY eine von denen, die das macht. Da gibt es wirklich in der geisteswissenschaftlichen Sektion Linguistik. Alle Linguisten arbeiten zusammen und da gibt es Literaturwissenschaft. Alle Literaturwissenschaften zusammenarbeiten. Das ist viel, viel sinnvoller. Man muss viel mehr Kontakt zueinander haben, als sich vielleicht mal im besten Fall einmal die Woche zu treffen. Wir brauchen viel mehr Zeit miteinander, all solche Diskussionen anzuschieben und auch fortführen zu können, wie wir eigentlich mit Daten umgehen. Und dann arbeitet ja nicht jeder empirisch. Das ist ja auch in der Linguistik dann so. Wir haben ja nach deinem Vortrag in CITY auch weiter unsere Präsentationsrunden gemacht, was alle für Forschungsschwerpunkte haben. Das war ja auch ein wichtiger Teil des ganzen Wintersemesters. Was machen wir eigentlich alle und wo wollen wir zusammenarbeiten und wie könnte das dann eben mit Statistik auch weitergehen? Und das war so hochgradig unterschiedlich. Also das waren Welten zum Teil. Also ich würde mit zwei, drei Leuten da vielleicht zusammenarbeiten können.

Interviewer: Aber schon eher, das finde ich auch spannend, schon eher mit diesen Personen als im eigenen Seminar oder Abteilung in der Literaturwissenschaft. Also das ist, die Strukturen in Deutschland sind da, die Romanisten sind zusammen und die Germanisten zusammen.

Interviewee 01: Ja. Ja, spannend. So tradiert halt. Die Romanistik ist ja auch die älteste der Philologien, die entstanden ist. Ja, ja, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, unter allen die erste. Da können wir zwar ganz stolz sein, aber das bringt uns jetzt auch nicht weiter. Was ich ja versucht habe, und da muss man auch sagen, da geht es uns jetzt wieder genauso. Ich habe mit meinem Literaturkollegen PERSON zusammen Eine Art Lernbaustein in Moodle. Das ist aber immer noch nur Teil 1 eigentlich. Es geht computergestützte Erzähltechniken im Grunde und auch deren Auswertung, verschiedene Verfahren. Aber wir sind eigentlich nie bis zu Teil 2 vorgedrungen. Teil 1 haben unsere Studis dann auch mit einigen technischen Problemen, die dieses Moodle immer noch hat. Immer noch zu kämpfen. Da haben wir dann erstmal die verschiedensten Verfahren eingestellt und sollen natürlich auch den nötigen linguistischen, literaturwissenschaftlichen Background haben. Und auch vorbereitet sein. Dieser Teil läuft jetzt seit etlichen Semestern, wo wir das eingestellt haben. Da können Sie sich komplett selbst prüfen und so weiter. Das ist eben komplett selbstständig. Aber wir wollten eigentlich längst mal das überarbeiten und endlich zu Teil 2 kommen, wo die zum Beispiel mit AntConc und anderen Verfahren, die wir aus der Korpus-Linguistik kennen, dann eben so kleine Ja, so Artikel, wo ein Ereignis beschrieben wird, eben die Struktur des Ereignisses, aber eben auch die, ja, die sozusagen auch quantitative Aspekte daraus erkennen können. Und dann vielleicht mit größeren Daten dann eben linguistische und literaturwissenschaftliche Aspekte von Erzählungen auswerten können. Da sind wir eben auch nicht an dem Punkt angekommen, sein müssten. Und nun habe ich das aufgebaut mit eben, bevor meine Stelle auslief. Im Moment fühle ich mich ja jetzt eigentlich nicht berufen, der Uni neben meiner PROJECT und diesem Teil 1 noch mehr zu schenken für nichts oder gar nichts.

Interviewer: Ja, das ist noch ein Problem. Und wie sieht es aus mit Open Educational Resources? Hast du dich da eigentlich, hast du schon mal einige genutzt oder selber was veröffentlicht?

Interviewee 01: Nee, also mit dem Bereich bin ich, glaube ich, auch nicht hinreichend.

Interviewer: Ich denke nur darüber nach, weil Moodle ist halt auch Open Source. Das heißt, prinzipiell kann man das auch exportieren und woanders einbauen, wenn die auch Moodle haben. Und es gibt auch sehr viele Module, die online sind, die auch man dann anpassen kann eventuell. Weil die sind eben open. Das heißt, man muss die nicht nur so nehmen, sondern man könnte die dann anpassen. Ich glaube, auch da ist nicht so viel Wissen beziehungsweise diese Angebote ist ziemlich zerstreut. Also manchmal verbringt man mehr Zeit, die Sachen zu finden, als es dauert, die selbst zu machen, finde ich. Aber das wäre vielleicht auch im Sinne von Open Education auch ein wichtiger Beitrag, dass wir die Sachen da, unsere Bemühungen konsolidieren.

Interviewee 01: Ja, vielleicht könnten wir sowas mal überlegen, ob wir so ein Schritt-für-Schritt-Ding an einem Beispiel, das vielleicht etwas einfacher, es müsste was auf Deutsch sein, ein deutsches Phänomen, wo man das nachvollziehbar Schritt-für-Schritt darstellt, wie ist man da vorgegangen, also das wäre vielleicht hilfreich für alle Studierenden, dass wir sowas versuchen. Wenn wir auch ein anderes Ding auf die Reihe gekriegt haben, dass wir mal überlegen, ob wir so eine Sache mal mit einem wirklich einfach, erstmal einfach analysierbaren Phänomen. Ich wäre da schon interessiert. Ich finde die Extraktion, aber auch die Implementierung in Moodle, die war schon gar nicht einfach. Moodle hat auch sehr starke Beschränkungen und du kriegst es dann eigentlich kaum da wieder raus und woanders, jedenfalls nicht intakt.

Interviewer: Ja, und das Problem ist zum Beispiel für die Zusammenarbeit, die INSTITUTION hat keinen Moodle, soweit ich weiß, wir haben Ilias. Ich weiß ja nicht, was in Ilias funktioniert. Alles schlecht auch. Man kann auch Sachen machen, es ist auch Open Source, aber es gibt kein gemeinsames Plattform. Also in CITY habe ich StudIP verwendet. Und die Sachen, die ich da gemacht habe, die habe ich zwar extrahiert, aber ich kann eigentlich nichts mehr damit anfangen.

Interviewee 01: Das heißt, kann man gar nicht in Ilias unterbringen.

Interviewer: Nee, das ist nicht kompatibel. Also Moodle, Ilias und StudIP, soweit ich weiß, auf jeden Fall nicht ohne große Verluste. Und das sehe ich auch als Hürde für die Open Education Bewegung, vor allem weil keiner von uns, also mindestens bevor wir, keine Ahnung wie alt wir werden, können wir nicht sagen, jetzt verbringe ich den Rest meines Arbeitslebens an einer Uni.

Interviewee 01: Ne ne. Und es ist, wie gesagt, wir haben mit unserem Lehrbaustein auch immer wieder technische Probleme. Also es ist fast immer, dass irgendwelche Items so hängen, dass sie nachher ihren Abschlusstest nicht machen können, dass da immer irgendwas ist. Ein paar sind allerdings auch ein bisschen, es ist immer dieselbe Frage. Es ist ein ganz einfaches Item, wo einfach nur die richtige Antwort wäre. Dass das erfragte Element die thematische Rolle Ursprung oder Ausgangspunkt einer Bewegung, also origen in Spanisch, verlangt. Jedes Mal dieselben Fragen, jedes Mal dasselbe Problem und dann noch technische Probleme, die wir immer nur mit dem Digi-Modul-Team zusammen lösen können.

Interviewer: Oh, das ist schlecht, ja.

Interviewee 01: Und dann bombardieren wir in den Zeiten, wo die dann soweit sind, in jedem Semester diesen Abschlusstest nach zehn Einzeltests, zu machen, jedes Mal mit Fragen, Anfragen und Problemen. Also es hakt auch mächtig. Es hakt selbst im Moodle. Also möchte ich ja nicht wissen, wie es woanders haken würde. Aber ich habe tatsächlich natürlich, in Ilias benutze ich, da stecke ich für jeden Kurs eigentlich in drei grob strukturierte Ordner nur die Materialien. Es gibt immer einen, wo allgemeine Informationen zum Seminar sind, inklusive Seminarplan, Kurzbeschreibung, Dann gibt es einen, wo die ganze Literatur in Aufsatzform reingesteckt wird. Alles, was ich als PDFs habe, von dem ich will, dass alle es lesen. Das heißt nicht, dass sie nicht auch noch was recherchieren müssen selber, aber so ein Kanon, der vielleicht jeweils im Seminar angebracht ist. Und dann gibt es noch einen Ordner, wo alle Präsentationen von mir und von den Referenten reinkommen. So, und das ist es eigentlich. Also bisher habe ich Ilias nicht ausgeschöpft, was es vielleicht an anderen Möglichkeiten hat.

Interviewer: Hat es sicherlich, aber habe ich auch nicht gemacht.

Interviewee 01: Ich dachte, ich hätte da was übersehen.

Interviewer: Also es gibt es, aber ja.

Interviewee 01: Also wer das gemacht hat, ist neulich PERSON. PERSON hat irgendwie zusammen mit PERSON ein paar Sachen gemacht. Und dann hat PERSON aber noch unabhängig, mit einem anderen Programm, was aber auch Open Source ist, ganz Open Science irgendwie, hat er da einen sehr witzigen Test gemacht. Es ging PROJECT Linguistik und Grundbegriffe. Und das war endlich das Mal, wenn man das richtig hat, mit so einem tollen Ding. Also es war ganz toll. Es war eigentlich, er hat das gemacht für die Studierenden in der Einführung bei ihm. Zum Üben für die Klausur, aber es war toll. Ja, schön. Es war so im Stil von, wer wird Millionär? Aber es war irgendwie sehr interessant. Also ich denke schon, dass man das mal machen kann. Vielleicht kannst du PERSON mal fragen.

Interviewer: Ja, ja, vor allem, ob das dann geteilt wird, weil das ist ja auch schade, wenn solche, es ist halt viel Arbeit, es ist auch ein tolles Produkt eigentlich und es ist eigentlich schön, das teilen zu können. Also natürlich mit Attribution, also wie auch sagen, das ist von PERSON.

Interviewee 01: Ja, das ist genutzt wird.

Ja, super. Ja, ich glaube, ich würde die Aufnahme erstmal stoppen. Ich glaube, wir sind durch. Vielen, vielen Dank.

