Clone Wars

Mehr Offenheit bezglich der Abstammung htte viel Aufwand und Geld gespart.

Zu Beginn der 2000er Jahre galt die Stammzellenforschung als groe Hoffnung fr die Entwicklung neuer Therapien. Und so war es geradezu eine Sensation als ein relativ unbekanntes koreanisches Labor unter der Leitung von Woo-Suk Hwang in zwei Verffentlichungen im prestigetrchtigen Journal Science 2004 und 2005 bekannt gab, ganze 11 Stammzellenlinien aus geklonten menschlichen Embryonen gewonnen zu haben. Zunchst schien der Weg in ein neues Zeitalter der Stammzellenforschung geebnet und weltweit versuchten Forschende die Hwang-Methode zu replizieren. Leider ohne Erfolg.
Ein gutes Jahr nach Erscheinen des zweiten Papers fielen Unstimmigkeiten und auffllige hnlichkeiten in den Abbildungen auf, die in den Artikeln enthalten waren. Eine eingesetzte Kommission sichtete und analysierte die Primrdaten, was sie dazu veranlasste Tests an den DNA-Proben durchzufhren. Es stellte sich heraus, dass keine der Stammzellenlinien von geklonten Embryonen stammten und smtliche Angaben und Darstellungen in den Verffentlichungen erfunden waren. Bis dahin waren bereits Millionen von Frdergeldern rum um die Welt geflossen, um die Ergebnisse zu replizieren - vllig umsonst.

Htte die Zeitschrift, in welchen die Artikel verffentlicht wurden, darauf bestanden, dass Hwang und seine Ko-Autor/-innen die Primrdaten als Supplement liefern, wre der Betrugsversuch hchstwahrscheinlich sofort aufgeflogen. Das Bestehen auf offenen Forschungsdaten htte hier Transparenz schaffen und die Verschwendung von Frdergeldern verhindern knnen. Im Zuge dieses Falles nderten viele groe Zeitschriften ihre Regularien und auch Frdergeber begannen ein greres Augenmerk auf offen zugngliche Forschungsdaten zu legen.

On Being a Scientist. A Guide to Responsible Conduct in Research: Third Edition (2009), https://doi.org/10.17226/12192