Die tnernen Fe der Schuldenbremse

Eine konventionellere Gewichtung htte ihrem Ruf weniger geschadet.

Die Forschenden Kenneth Rogoff und Carmen Reinhard von der Harvard University postulierten 2010, dass eine berschreitung der Staatsverschuldung um 90% der Wirtschaftsleistung eine negative Auswirkung auf das Wirtschaftswachstum eines Staates hat. Diese Grundannahme ist sowohl die Basis der deutschen Schuldenbremse als auch der Sparauflagen der Euro-Rettungspolitik. Der Versuch das Ergebnis anhand der zugrunde liegenden Daten zu replizieren gelang allerdings nicht. Tatschlich wurden in die Studie aus dem Jahr 2010 Daten fr bestimmte Jahre nicht aufgenommen, einige Flle ungewhnlich stark gewichtet und mehrere Lnder versehentlich nicht bercksichtigt.
Das der fehlgeschlagenen Replikation folgende Medienecho schadete dem Ruf der beiden konomen erheblich. In der Replikationsstudie als auch in einer Nachfolgestudie der Harvard-Forschenden blieb der grundlegende Zusammenhang zwar bestehen, allerdings war die Verminderung der Wachstumsraten weniger gravierend als ursprnglich berechnet.

Dieses Beispiel zeigt, dass einzelne Entscheidungen im Verlauf der Datenanalyse gut dokumentiert und in den zugehrigen Publikationen genannt werden mssen, um den Verdacht von Datenmanipulation zugunsten besonders spektakulrer oder signifikanter Ergebnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen. Auch die Prregistrierung von Studien bei einem entsprechenden Journal ist ein guter Schritt um Forschungsfrage, Forschungsdesign und umsetzung unabhngig begutachten zu lassen. 

https://www.spiegel.de/wirtschaft/panne-mit-excel-tabelle-rogoff-und-reinhart-haben-sich-verrechnet-a-894893.html
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/excel-panne-von-kenneth-rogoff-das-war-ein-massaker-a-929248.html