Zu Schn, um wahr zu sein

Die Materialien waren zu schn um wahr zu sein, was zu einer groen Blamage fhrte.

Beginnend im Jahr 1998 erschienen in kurzer Folge einige beachtliche Artikel von Mitarbeiter/-innen der Bell Laboratories zur Entdeckung neuer kohlenstoff-basierter Materialien. Das Problem war jedoch, dass andere Materialwissenschaftler/-innen die Ergebnisse nicht replizieren konnten.
Trotz des starken Interesses dauerte es weitere 3 Jahre bis anderen Forschenden auffiel, dass sich die Zahlen in vielen der Verffentlichungen auffllig glichen und einige Grafiken einfach zu "schn" waren, um tatschlich existierende Systeme abzubilden. Ironischerweise war ein junger deutscher Wissenschaftler namens Jan Hendrik Schn Ko-Autor aller zweifelhaften Verffentlichungen und an den Arbeiten zu diesen beteiligt. Ein unabhngiges Expertenkomitee wurde eingesetzt und kam zu dem schockierenden Ergebnis, dass in mindestens 16 von 25 Fllen, die den Verffentlichungen zugrundeliegenden Daten niemals existiert hatten. Schns Erklrungen, dass er die Primrdaten aus Platzmangel gelscht und verwendete Speichermedien nicht mehr funktionierten bzw. weggeworfen wurden, erschien dem Ausschuss mehr als zweifelhaft.

Eine solide Verpflichtung auf Open Data htte den Schwindel sehr viel schneller auffliegen lassen bzw. von vornherein unmglich gemacht. Der Fall fhrte zudem an den Bell Laboratories zur Einfhrung neuer Richtlinien zur Datenhaltung, zur Verantwortlichkeit von Ko-Autor/-innen sowie zum Review von Primrdaten vor der Publikation.

On Being a Scientist. A Guide to Responsible Conduct in Research: Third Edition (2009), https://doi.org/10.17226/12192