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werikslytt, Paket vun d’r Poscht, Depesche, Holz, Kohle, Lohkäs! Un d’rzue sin m'r mitte=n-im Sum- mer! Verdammti Karte! — (Er ergreift die Palette, die auf dem Stuhle liegt, der vor der Staffelei steht.) Un ich, wie mich eso g'frait hab, wieder emol nooch Hierzesluscht mole ze könne, ohne dass m'r mini Frau d'rin nin babbelt!
Jules (von links mit einem grossen Stoss Briefe): ,,Patron'', do d'r Courier.
Ropfer (die Palette wieder hinlegend): ,Bon'', allewaj widder e neji ,,surprise''! (Er liest den Cou- rier.) Ihre zehn Postkarten mit Bestellungen auf je hundert Blutegel erhalten, werde sofort die bestell- ten tausend Blutegel schicken .. E nundepip! E nundepip! Was soll ich mit töusig Bluetsüger an- fange? — (Weiterlesend.) Ihre unverschämte Post- karte erhalten, werde Klage einreichen; (weiter- lesend) Ihre liebenswürdige Einladung nehmen be- stens dankend an ... Innigstes Beileid ... Herz- liche Gratulation ... (wirft den ganzen Courier weg). Jetzt les ich schun gar nimmi wittersch, sunsch bekumm ich noch d' Gälsucht vor Aerjer!
Jules: Der Stoss wurd uns noch e manchi ,,surprise'' bringe!
Ropfer: Wenn ich denne Schampetiss unter de Finger hätt, ich glaub, ich thät ‘ne grad verkripple!
Schampetiss (durch die Mitte herein, ziemlich kleinlaut): „Bonjour'' im Herre!
Ropfer: Ah! ,,Par exemple!'' Ihr han m'r jetzt grad g'fehlt! Welle-n-Ihr uff d'r G'stell mache, dass 'r widder nüskumme!
Schampetiss (zieht eine Karte hervor): Ei! Herr! Ihr han m'r jo e Kart g'schriwwe, dass ich widder kumme soll! ,,Parole d'honneur!”
Ropfer: Oh, Ihr Ross Gottes am Palmsundaa! Ich Ejch gschriwwe? — Simpel dauwer! Han Ihr