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de Rose (der von einem Mitglied der Fanfare instruiert worden ist): Et moi, je proteste au nom de la nation française!
Durand: So viel ich weiss, hätte-n-alli drei Herre, wie ewwe so kräftig protestiert han, alli Grüend e bissl vorsichtiger ze sin in ihre-n-Erklärunge! (Rièmer und Gauthier machen eine abwehrende Bewegung)
Dr. Kneppchen: Was z. B. Herrn Gauthier betrifft, so ist seine Entrüstung zum mindesten sehr unange- bracht, denn Herr Gauthier ist, wie ich zu beweisen in der Lage bin, das Kind französischer Eltern.
Gauthier (konsterniert): Das ist nicht möglich! Das ist undenkbar! (grosse Unruhe unter den Mitgliedern des Sachsenbundes)
Dr. Kneppchen (zu Gauthier): Hier Herr Gauthier schenke ich Ihnen die Geburtsscheine Ihrer Eltern, die als französische Republikaner nach dem Staats- streich Napoleons nach Leipzig geflüchtet sind.
Gauthier: Entsetzlich! (nimmt die Scheine) Ich das Kind französischer Revolutionäre? (hält sich an einer Stuhllehne fest) Wie reimt sich das mit meiner Ge- sinnung?! Ich werde wahnsinnig!
Dr. Kneppchen: Ihre Gesinnung verdanken Sie dem Schwager des Herrn Grinsinger, der Sie erzogen und als sächsischer Sergeant sich eine Ehre daraus machte, aus einem revolutionären Franzosen einen guten deutschen Patrioten zu züchten und aus einem Gauthier ein Gauthier zu machen!
Gauthier (Hans Grinsinger bei der Hand fassend): Ist das wahr Onkel?
Hans Grinsinger (bestätigend): Stimmt! Stimmt!
Gauthier (verzweifelt): Die Welt stürzt mit mir zu- sammen! Ich bin vernichtet! Verloren!