— 72 —
Gauthier: Ich werde Sie wegen Beleidigung verklagen, ich will doch sehen, ob deutsche Richter es zugeben, dass man einen in Treue zu König, Kaiser und Reich aufgewachsenen Deutschen so in seinen hei- ligsten Gefühlen verletzen darf?!
Dr. Kneppchen: Gut, ich werde Widerklage erheben, ich habe in die Vernunft der Richter mehr Zutrauen wie in die Ihre!
Fritz Grinsinger (für sich): Attrape!
Dr. Kneppchen: Und nun habe ich wirklich keine Lust mehr, meine Zeit mit Ihnen zu verlieren (wendet sich zu Auguste und Ehrstein). Wenn ich meine Herren Kollegen bitten darf, unsre Arbeit wieder aufzunehmen. (wendet sich der Türe rechts zu.) Ich empfehle mich! (alle drei ab)
Gauthier: Solch ein unverschämter Patron! Der Kerl ist verrückt! (Auf und ab in grosser Aufregung.)
Hans Grinsinger (abseits): Akurat wie'n Löwe in seim Käfig! — (zu Gauthier) Aber lieber, gutester Karlemann, so sei doch vernünftig. Rej’ dich doch nicht so uff! Wir Sachsen sind doch sonst so ge- mietliche Leute, nich wahr, Fritz?!
Fritz Grinsinger: Ja, gewiss! Herr Gauthier beruhigen Sie sich (Hans und Fritz suchen Gauthier festzuhalten, um besser auf ihn einreden zu können.)
Gauthier: Ich schicke ihm ausserdem noch meine Zeugen! Mangel an Bildung hat er mir vorgeworfen und Unkenntnis dazu, so eine Gemeinheit! Da hört doch alles auf!
Fritz Grinsinger: Bedenken Sie doch, das gäbe eine Skandalaffäre! (für sich) Heiliger Strohsack!
Gauthier: Das ist mir ganz Wurscht! Ganz schnuppe!