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SUZANNE: Ah.

BREY: Un mir zwei täte zuenander passe, wie e Paar Händ- schih. M’r sin kenn üwerspannti Sternegickler wie d’r Oscar; m'r sin zefriede so lang ass m'r guet esse un guet trinke un guet schloofe kenne, un pfiffe uff Poesie, Ideal un all dies G'schlamassels.

(D'r Oscar erschient uff d’r Szen ohne vun den andere g’sähn ze wäre.)

SUZANNE: Ja, des isch alles schön un guet; awer Sie muen doch bedenke, Herr Brey, dass mer nit numme e Körper han; m'r han au noch e Geischt un e Gemuet.

BREY: Plän vun Paris.

SUZANNE: Un wenn m'r satt isch un üssg’schloofe het, do sehnt m'r sich doch noch ebs Höcherem.

BREY: Ei, noo kann m’r jo emol mit em Zeppelin fahre.

SUZANNE: Sie verstehn mich nit, Herr Brey. Han Sie denn gar kenn Fantasie. Han Sie noch nie in ere helle Mondnacht e Sehnsucht noch’m Ideal g’schpiert?

BREY: B'huetes Gott, wie kumme denn Sie mir vor? Ich bin doch ken Katzeroller.

SUZANNE: Un han Sie sich noch nie an eme schöne Gedicht begeischtert?

BREY: Lon doch Sie mich in Friede mit dem Gedings. Wenn ich e freiji Stund hab, trink ich liewer e Schöppel in d’r Taverne.

SUZANNE: Do sin Sie ze bedüre, Herr Brey. Wenn Sie wisste, wie schön es, par exemple, am Morje isch, wenn d' Welt eso frisch do lejt, d’ Vergissmeinnicht un d’ Morjestern im Tau glänze, un d’r Sunnegott sinni Rösser lenkt...

OSCAR (schnell, stüerzt vor Suzanne uff d’ Knie): O Suzanne, wie schön, wie unüssprechlich schön geredt hesch, wie poetisch. Jetz ha wich die Seel g’funde, wie zue minere Seel passt...

BREY (für sich): Ah Matin, do bin ich jo sozesaawe uewerflüs- sig, ’s isch am beschte ich geh nuf un schangier; jetz schpier ich ererscht dass ich e nasses Hemb hab (ab).